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Warum ist Personal Training so entscheidend?

Bevor ich auf die eigentliche Frage eingehe, hole ich etwas aus:

Warum überhaupt Sport?

Warum überhaupt Sport, liegt eigentlich auf der Hand – der menschliche Körper ist einfach formuliert so gebaut, dass er seine Funktionsvielfalt und seine Besonderheit nur dann zum Tragen bringen kann, wenn er in Bewegung ist. In ruhender Position verlernt und verliert er diese Fähig- und Fertigkeiten.

Es gibt mittlerweile sowohl unzählige Studien über die Auswirkungen sportlicher Aktivität, als auch über die Auswirkungen mangelnder Bewegung bzw. sportlicher Aktivität. Wir sind mittlerweile sogar so weit, dass die Erforderlichkeit von Bewegung fast von niemandem mehr bestritten wird.

Detailliertere Informationen dazu werde ich euch in den Artikeln „Was sind Zivilisationskrankheiten", „Auswirkungen sportlicher Aktivität" und „Warum ist Bewegung so wichtig" geben.

Die Frage ist nun also, warum gibt es immer noch so viele Menschen, die so wenig für sich tuen? Ich sehe viele Menschen, die jede Woche ihr Auto waschen und ihre Vorgärten pflegen. Manche Menschen haben sogar eine eigene Technik entwickelt, mit der sie wöchentlich ihre Haustüre reinigen. Versteht mich nicht falsch, das ist durchaus vorbildlich und lobenswert – ich sollte mir da selber mal ein Beispiel dran nehmen. Wo ich aber drauf hinaus will ist, dass viele Menschen mit so vielen Dingen sehr pfleglich und gewissenhaft umgehen und das wirklich regelmäßig. Was mich dabei wundert ist, dass die meisten dieser Menschen dabei sich selber vergessen. Sie pflegen sich weder was die Ernährung betrifft, sie pflegen sich auch nicht was Bewegung oder sportliche Aktivität betrifft. Dabei sind diese anderen Dinge doch eigentlich nur materiell und sollen auf andere den Eindruck erwecken, dass hier alles im Lot ist. Schaut man aber mal nicht auf die Autos oder die Vorgärten, sondern auf die Menschen selber, ist schnell klar, dass auf der Liste der regelmäßig abzuarbeitenden Dinge ein wesentlicher Punkt fehlt: die Pflege der eigenen Gesundheit, die eigentlich vor allem anderen stehen sollte, denn Autos haben wir viele im Leben, Vorgärten kann man oft neu pflanzen, aber unsere eigene Gesundheit gibt es nur einmal.
In diesem Zusammenhang habe ich einmal einen Spruch gelesen, den ich häufig poste und über den sich hoffentlich viele Menschen Gedanken machen:

Wer heute an Gesundheit spart, zahlt später an Krankheit drauf.

Damit kommen wir – zumindest in Ansätzen – zur zweiten Teilfrage:

Wie mache ich Sport richtig?

Was meine ich mit „richtig Sport machen"? Sport ist nicht einfach nur Sport. Wie beim Autofahren gibt es auch beim Sport – unabhängig der Sportart – Regeln. Diese Regeln dienen z.T. verschiedenen Zwecken. Ein wesentlicher Zweck ist die Vermeidung und Verhinderung von Verletzungen und Überlastungen. Diese Regel ist häufig nur klein gedruckt oder wird schlicht und ergreifend erwartet.
Leider geht der Trend heute weniger in Richtung „pass auf, dass du dich nicht verletzt", sondern eher in Richtung „mach doch, was du willst, Hauptsache ich bekomme dein Geld". Ein Grund für das weit verbreitete Motto „Sport ist Mord".

Was sind das für Regeln oder anders formuliert „wie mache ich Sport falsch"? Dazu einfach mal ein Beispiel:

Ein Mann mittleren Alters arbeitet seit 10 Jahren als Sachbearbeiter in einem Marketingunternehmen. Durch das beruflich bedingte Bewegungsdefizit, durch die ebenfalls beruflich bedingten kurzen Mittagspausen und die daraus resultierenden Essgewohnheiten haben sich nicht nur einige Pfunde an diversen Körperstellen angesammelt, mittlerweile melden sich auch leichte Stiche am Rücken und in den Knien.
Irgendwann beschließt der Mann mit Sport zu beginnen. Am folgenden Wochenende werden die Turnschuhe aus dem Keller geholt und ab in den Wald. Nach 1 Km, einem glühend roten Kopf und gerade noch mal einem Erstickungstod entkommen, beschließt der Mann, dass Sport doch nichts für ihn ist, denn so ist Sport doch Mord.

Falsch angewendet kann selbst die bekannteste Sportart bei bester Motivation in kürzester Zeit zu totaler Ablehnung und Disharmonie führen. Obwohl die Gründe auf der Hand liegen, ist es das erst einmal mit Sport gewesen

Regeln sollen (oder besser gesagt sollten) uns u.a. klar machen, wie wir etwas machen sollen oder können, wie oft, wie aktiv oder intensiv, das alles in Abhängigkeit der eigenen Vorkenntnisse, der eigenen sportlichen Leistungsstufe und des Gesundheitszustandes. In vielen Bereichen (z.B. im Straßenverkehr) sind solche Regeln selbstverständlich, manchmal sogar lästig, aber dennoch erforderlich.

In der Sportwelt ist das mit den Regeln häufig aber nicht ganz so einfach, denn es erfordert wissenschaftliche Studien, bei denen möglichst viele Menschen über einen möglichst langen Zeitraum eine bestimmte Sache machen, damit daraus resultierend Rückschlüsse gezogen werden können, die eine allgemeine Gültigkeit und Akzeptanz finden.
Da das gänzlich fast unmöglich ist, gibt es häufig neben Regeln auch Empfehlungen von Sportwissenschaftlern, Professoren, Ärzten etc. Leider kommen bei derartigen Empfehlungen auch häufig eigene, teils sehr unterschiedliche Meinungen mit ins Spiel, wodurch wieder viele verschiedene Empfehlungsvariationen entstehen, die wiederum den motivierten Sport-Beginner maßlos in die Verwirrung führen.

Ein weiteres Problem sind die vielen verschiedenen Faktoren, die bei der Definition von Regeln und bei der Gültigkeit von Empfehlungen eine Rolle spielen. Der Mensch selber ist der Faktor, der am kompliziertesten ist, da jeder Mensch anders ist, andere Voraussetzungen, Krankheiten, Gebrechen, Vorgeschichten, Befindlichkeiten, Launen, Vorlieben etc. mitbringt.
Die Herausforderung besteht demnach nicht darin, allgemeingültige Regeln für bestimmte sportliche Aktivitäten zu finden oder zu benennen, sondern Regeln und/oder Empfehlungen so definieren zu können, dass sie unter Betrachtung eines einzelnen Individuums anwendbar gemacht werden.

Soviel zum Thema Regeln, bzw. wie mache ich Sport richtig.

Natürlich gibt es auch den „ich laufe schon seit 30 Jahren" Mitarbeiter, der davon überzeugt ist, der fitteste Mitarbeiter des gesamten Unternehmens zu sein. Derartige Irrtümer geistern so lange umher, bis die betreffenden Personen einmal ein leicht vom Laufen abweichende Sportart z.B. mit einem Arbeitskollegen ausführen oder wenn man sich mal über die letzten 10 Jahre Laufen unterhält und man selber feststellen muss, dass man sich nicht verbessert, sondern eher verschlechtert hat, obwohl man doch erst 45 ist.
Viele Menschen denken von sich, dass sie alles wissen, vor allem über Sport, was gut für sie ist und was man braucht, um fit zu sein.

Die Wahrheit sieht leider etwas anders aus. Es ist nicht nur so, dass die meisten Menschen nicht wirklich wissen, was gut für sie ist, sie wissen auch nicht, wieviel davon gut für sie ist, wie intensiv gut für sie ist oder wie wenig gut Einseitigkeit ist.

Beispiel Laufen:

Laufen erfordert neben der Oberschenkel- und Wadenmuskulatur auch eine hohe Stabilität im Sprung-, Knie. und Hüftgelenk. Weiter ist für diese Stabilität eine gute Core-Spannung erforderlich (untere Rückenmuskulatur, vordere und seitliche Bauchmuskulatur). Laufen alleine führt zwar zu stärkeren Oberschenkeln und Waden, aber weder Laufbewegung noch Laufintensität reichen aus, um den passiven Strukturen die Stabilität zu geben, die für das Laufen eigentlich erforderlich ist. Weiterhin führt Laufen nicht dazu, dass sich die Core-Muskulatur dahingehend ausprägt, dass man von „schonendem" Laufen sprechen kann.
Nun könnte man argumentieren, dass Laufen doch besser ist, als nichts zu machen. Eine Antwort kann natürlich in beide Richtungen losgehen. Natürlich ist Laufen eine Sportart, durch die man das HKS fit hält und durch die man durchaus einige Pfunde verlieren kann. Laufen ohne ein parallel unterstützendes Kraft- und Stabilisierungstraining kann aber auch das Verletzungsrisiko dramatisch erhöhen, da durch die mangelnde Stabilität z.B. im Fußgelenk ein erhöhtes Risiko besteht, umzuknicken (bei Dämmerung, im Wald etc). Dies ist u.a. dadurch begründet, dass durch die nicht ausreichende Stabilität auch nicht die Fähigkeit der neuronalen Ansteuerung der stabilisierenden Muskeln gegeben ist, d.h. in dem Moment, in dem der Fuß umknickt, kann nicht schnell genug das Signal an die für die Stabilisierung erforderlichen Muskeln um das Fußgelenk gesendet werden, da dieser Prozess nicht erlernt ist. In Folge kommt das Signal erst an, wenn es schon zu spät ist.
Alleine über dieses Thema (neuronale Ansteuerung, inter- und intramuskuläre Koordination etc.) lassen sich Bände schreiben, die ein „normaler Läufer" einfach nicht bedenkt, denn gerade im Zuge des Älter-Werdens werden diese Aspekte immer wichtiger.

Die Frage „wie mache ich Sport richtig" ist nicht in Form einer Vorlage zu beantworten, einfacher ist es, hunderte von Beispielen zu nennen, wie man es nicht machen sollte.

Es gibt viele Menschen, denen ist nicht zu helfen, da sie alles richtig machen – zumindest nach dem eigenen Empfinden. Jegliche Versuche, darauf einzuwirken, zu unterstützen, zu korrigieren oder sogar auf bestehende Warnsignale hinzuweisen werden mit absolut professioneller Ignoranz abgetan.
Andere Menschen dagegen sind hin und wieder mal selbstkritisch und hinterfragen das eine oder andere, wenn jemand präsent ist, der des Themas mächtig ist.

Ich gebe zu, im Google-Zeitalter kann sich durchaus jeder für einen Experten auf jedem Thema halten, wenn er nur 5 min die Tasten klickt. Nur leider gibt es neben vielen nützlichen Tipps auch genauso viele kontraproduktive Hinweise, falsche Fakten, Mythen und irgendwelche Extreme, die wiederum mit dem gesundheitlichen Aspekt von Sport nichts zu tun haben.
Das Internet bietet aufgrund der unerschöpflichen Mengen an Informationen einfach zu viel Input, so dass es fast unmöglich zu sein scheint, die Informationen die mir gut tun von denen zu trennen, die mir schaden, geschweige denn die erforderlichen Informationen überhaupt zu identifizieren.
In der Regel wird der Computer deswegen aber nicht ausgelassen, sondern man nimmt sich einfach die Informationen, die man gerade findet und empfindet sich als „gut und ausreichend informiert", was nicht unbedingt verwerflich sein soll.

Langsam aber sicher nähern wir uns wieder der eigentlichen Frage dieses Artikels, aber vorher muss ich erneut abschweifen.

Wir hatten nun verschiedene Typen Mensch:
- der Typ Mensch, der alles pflegt, nur nicht sich selbst
- der Typ Mensch, der irgendwann beschließt mit Sport anzufangen und es ggf. falsch angeht
- der Typ Mensch, der quasi schon sein ganzes Leben eine bestimmte Sportart betreibt und keine Erforderlichkeit sieht, parallel dazu noch etwas zur Ergänzung zu tun

Dann gibt es noch die Menschen, die sich entweder schon für zu alt halten und diejenigen, die schon mit irgendwelchen Gebrechen leben und das für sich vollständig akzeptiert haben. Ich verurteile die Haltung nicht, ich bedauere nur, dass niemand es versucht, diese Menschen aus ihrer Ecke abzuholen:
- du bist nicht zu alt, um mit Sport zu beginnen
- du musst nicht all deine gesundheitlichen Defizite hinnehmen

Jemand muss nur fest genug an deren Türen rütteln und einfach mal ein paar knallharte Fakten vor die Füße schmeißen. Solche Menschen gilt es i.d.R. einfach nur wach zu rütteln. Wenn dann die ersten Verbesserungen eintreten, sind diese Menschen kaum noch zu bremsen.

Wir kommen nun zu der eigentlichen Frage:

Warum ist Personal Training so entscheidend?

Personal Training ist wie die Bezeichnung schon vermuten lässt ein persönliches Training. Hierbei geht es nicht nur um den Sport, sondern um das Individuum und darum, dass sportliche Aktivität auf diese Person so zugeschnitten wird, dass es ihr gefällt und Spaß macht, ihr gut tut, ihr nicht schadet, sie fit und stark macht, sie gesund hält, sie damit mehr Lebensqualität bekommt etc.

Personal Training ist eine Aufgabe, bei der es um mehr geht, als um Sport. Es geht vielmehr um Lebensphilosophie, um Vertrauen, um Motivation, aber auch um Erfolge, um Sieg, um Begeisterung und auch um Willen, um Ehrgeiz und um Biss.

Personal Training ist weitaus mehr, als die Mitgliedschaft in einem Fitness-Studio.

Personal Training ist eine Investition in die eigene Gesundheit.

   
© Markus Glaetzner